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Veranstalter: IBF AG
Schweizer
Botschaft |
Bengal Art Gallery "Art for Artists" St. Gallen Textilien |
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Textilien aus Bangladesh Schon im 3. vorchristlichen Jahrtausend entwickelten sich auf dem Gebiet des heutigen Bangladesh die ersten Städte als politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentren, die rege internationale Kontakte pflegen. Auf diesem reichen historischen Boden wurzelt die künstlerische und kunsthandwerkliche Tradition des Landes. Die Verarbeitung von Textilien war und ist die wichtigste dieser uralten Künste. Heute dominieren die
grossen Manufakturen, doch in einigen entlegeneren Landesteilen hat sich
die ursprüngliche Form der Textilherstellung erhalten. In den
Chittagong-Hügeln produziert die Bevölkerung ihre Kleidung noch selbst.
Die Naturfasern werden selbst
Produziert wird eine Vielzahlt von Textilien des täglichen Bedarfs – Kleider, Schals, Leintücher oder Bettabdeckungen. Als Meisterstück gilt das Tuch „Alam“ – ein Stoffstück, das von nur einer Person gefertigt wird und 150 verschiedene Muster aufweist. Nur den besten Weberinnen gelingt es nach vielen Jahren der Praxis, einen Alam herzustellen. Jede der rund 20 Weberinnen-Gemeinschaften pflegt ein eigenes Design. Sogar die Webtechnik unterscheidet sich. Gefärbt werden die Stoffe mit Pflanzenfarben, die aus Blättern, Rinden und Baumwurzeln gewonnen werden. Seit Urzeiten haben die Frauen Bangladeshs die Tradition gepflegt, abgelegte Saris abzuändern in beidseitig verwendbare feste Steppdecken, Beutel, Bucheinbände, Auskleidungen von Spiegelboxen und anderes. Diese Nakshi Kanthas stellen sie während ihrer Freizeit her - besonders aber während der regnerischen Jahreszeit. Die Motive des Nakshi Kantha stellen häufig hinduistische Zeremonien, Volksfeste, Hochzeitszeremonien, Lotos-Blumen, Bilder des Gottes Buddha, unterschiedliche Fische, Schlangen, Boote, Blumen, Elefanten, Regenschirme, Rathajatra (Prozession von Kampfwagen), das Swastika/Hakenkreuz (welches die frühere Zivilisation des Indus-Tals symbolisiert), Bäume sowie das Rad des Universums bildlich dar. Die moslemischen Frauen konzentrieren sich besonders auf die geometrischen Motive. In den abgelegenen Dörfern Bangladesh’s nutzen werdende Mütter die letzten drei Monate ihrer Schwangerschaft, um Nakshi Kanthas für das Neugeborene herzustellen, mit welchem das Baby Heil in die Familie bringen soll und welche das Kind vor Krankheit und Schaden schützen sollen. Kanthas dienen vor
allem als Bettlaken für Strohsäcke, aber auch als leichter
Mantel/Umhang. Kleine Kanthas finden Verwendung als Babywindeln.
Abhängig von der Grösse und Art werden Kanthas auch als
Wintersteppdecken (Lep), Bettdecken (sujni) oder Taschentücher (rumal)
genutzt. Andere Kantha-Artikel dienen als Sitzkissenbezüge (
Die Bengal Art Gallery „Art for Artists“ gibt nicht nur einen Einblick in diese speziellen, teilweise sehr traditionellen Textilien, sondern zeigt auch Kleidung, die von zeitgenössischen Designern aus Bangladesh entworfen wurde. Beide reflektieren Kultur aus Bangladesh in Form von Einzelstücken aus dem täglichen Leben.
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